Grüne Soße ….

Weltrekord verpasst, Beiprogramm gefeiert

Gott, was freuen wir uns doch, wenn eine Deutsche, oder ein Deutscher, einen Weltrekord erreicht hat. Gut, das passiert nicht so oft, aber was war das für ein Hype als wir 2014 erleben durften, wie uns die kickenden Jungs in Brasilien in den Himmel der Glückseligkeit geschossen haben. Da flogen in den Public-Viewing Zonen die Bierbecher zu Tausenden in die Luft, in Kneipen und auf öffentlichen Plätzen lagen sich wildfremde Menschen in den Armen – was derzeit nicht so oft vorkommt. Die Welle der Begeisterung hielt lange, zumindest vier Jahre lang. Schließlich kann man Glückseligkeit nicht auf Ewigkeit verlangen. Gott, was freuen wir uns doch, wenn eine Deutsche, oder ein Deutscher, einen Weltrekord erreicht hat. Gut, das passiert nicht so oft, aber was war das für ein Hype als wir 2014 erleben durften, wie uns die kickenden Jungs in Brasilien in den Himmel der Glückseligkeit geschossen haben. Da flogen in den Public-Viewing Zonen die Bierbecher zu Tausenden in die Luft, in Kneipen und auf öffentlichen Plätzen lagen sich wildfremde Menschen in den Armen – was derzeit nicht so oft vorkommt.

Die Welle der Begeisterung hielt lange, zumindest vier Jahre lang. Schließlich kann man Glückseligkeit nicht auf Ewigkeit verlangen. In diesem Jahr sollte es nun in Frankfurt einen Weltrekord geben. Dahinter stand mal ausnahmsweise kein Sportverband, sondern, da sollte das Frankfurter Nationalgericht „Grüne Soße“ nicht nur bundesweit, auch weltweit im Konfettiregen auf den Olymp gastronomischer Seligkeit getragen werden.Vom Geschmack und Aussehen her bekäme die Grüne Soße vor allem von den Frankfurtern ein eindeutiges Votum. Und wenn in der Stadt nur Frankfurter leben würden, dann hätten wir sicher auch den Rekord bekommen. Aber viele Bewohner in der Banken- und Wirtschaftsmetropole, die aus unterschiedlichsten Ländern der Welt kommen, haben sich ganz offensichtlich noch nicht so richtig als „Grie-Soß“ Fans geoutet. Zwar haben die Weltrekord-Veranstalter alles versucht, auch die internationalen Küchen der Stadt auf Grüne Soße „umzustellen“, aber es fehlten am Ende rund 50.000 mit dem Nationalgericht gefüllte Tellerchen, die nicht aufgegessen wurden.

„Frankfurts Best Top Tonne“ kam aus Sachsenhausen

Die Frankfurter Entsorgungsfirma FES stiftete 100 graue Mülltonnen die sie an zahlreiche Kindertagesstätten verteilte. Hier hatten zukünftige Künstlerinnen und Künstler Gelegenheit, aus einer mausgrauen Mülltonne ein Kunstobjekt zu machen. Professionelle Schauspieler/innen der Frankfurter Theatergruppe „antagon“ präsentierten dann auf einem Laufsteg am Mainufer die weltrekordverdächtigen, wundervoll dekorierten und bemalten Müllbehälter. Es gab viel Beifall und natürlich auch Sieger, die aus Sachsenhausen kamen. Als dann wenige Stunde später feststand, dass der Weltrekord im Grüne Soße Essen verpasst wurde, hielt sich der Katzenjammer in Grenzen. Maja Wolff und Torsten Müller, die Initiatoren des Spektakels, nahmen den verpassten Versuch dann auch gelassen. „Es war ein tolles Fest für Frankfurt, dass war uns wichtig“ so die beiden umtriebigen Veranstalter, die sich mit dem Grüne Soße Weltrekordversuch ordentlich Aufmerksamkeit verschafft haben dürften….

Schön war das Fest allemal. Auf dem Römer, am Main und in vielen anderen Stadtteilen gab es außer Essen eine ganze Menge Alternativen. Kitas und Schulen erklärten ihren Kids was eigentlich Grüne Soße ist und wie man die Kräuter einsät, es wurde musiziert, Showeinlagen brachten Abwechslungen und es gab eine rekordverdächtige Modenschau der besonderen Art.

Sylt – Insel ohne Insulaner

Ende einer Reise…

Sylt2.JPG

Sylt kann auch einsam sein…

Urlaubszeit, Reisezeit, Chaoszeit, die alljährlich wiederkehrende Katastrophe auf deutschen Straßen. Aber; man nimmt es hin, freut sich auf seine wohlverdienten Ferien, wo immer sie auch verbracht werden. Ist es in Richtung Süden, so strapazieren zahlreiche Baustellen die urlaubsreifen Nerven der Reisenden. Entscheidet man sich für den Norden oder gar für den Osten, so stellt der auf Entspannung eingestellte Urlauber fest, dass es eigentlich egal ist wohin er sein Auto auf vollen deutschen Autobahnen lenkt. Federballspielende Rheinländer, picknickende Holländer und fluchende Touristen aus anderen Ländern sind wahrlich keine erfreulichen Ablenkungen im Stau der Verzweifelten. Der Lichtblick ist das Ziel, das man vor Augen hat. Die Freude, endlich sein Feriendomizil zu erreichen, sich an Stränden, in den Bergen, oder auf dem Schiff von der Sonne verwöhnen zu lassen, lässt die unangenehme Seite des Urlaubs ein wenig vergessen. Weiterlesen

Alptraum Porto

DSCN4942

Die Altstadt von Porto

Es sollte ein wunderschönes Jahr 2017 werden. Schließlich stand man sich am Silvesterabend ja nicht grundlos champagnergelaunt gegenüber und hoffte, mit dem Glas in der Hand gesund zu bleiben und von allem Bösen ferngehalten zu werden. Diese Gedanken trägt doch so mancher von uns dann auch die nächsten 12 Monate vor sich her. Vor allen Dingen in einem Alter, in dem man sich gelegentlich schon mal mit dem Worst-Case seines Lebens auseinandergesetzt hatte. Darüber hatten wir das eine oder andere Mal tatsächlich nachgedacht. Weiterlesen

Land ohne Zukunft?

Syrische Kinder

Sie haben keine Chance

Was denkt eigentlich der TV-Zuschauer beim täglichen Anblick von Bildern aus den Kriegsgebieten in Syrien, Afghanistan, dem Jemen oder Somalia? Schaut er einfach nur erschüttert, machtlos zu? Was geht in seinem Kopf vor, wenn er zusehen muss wenn Kinder weinend und schreiend durch zerbombte Häuserschluchten laufen, auf Krankentragen mit schrecklichen Verletzungen über Trümmer hinweg in vermeintliche Sicherheit gebracht werden – wenn es die denn überhaupt gibt. Das Leid der Kinder lässt sicherlich keinen von uns unbeeindruckt. Wenn aber die Nachrichten vorbei sind, der nachfolgende Spielfilm angesagt ist, oder das mit Spannung erwartete Champions League Spiel angepfiffen wird, dann geht der emotionale Ausbruch langsam wieder in die Normalität über.  Weiterlesen

Eine Institution in Frankfurt

Schreiber.jpg

Frau Schreiber (links) Eine Institution in der Kleinmarkthalle

“ Bitte eine Rindswurst“. „Mit Brot oder Brötchen“? Diese kurze Kommunikation zwischen den Schlange stehenden Kunden vor Ilse Schreibers Wurststand und der dahinterstehenden Chefin gehört zu den nachhaltigsten Eindrücken der Frankfurter Kleinmarkthalle. Das war schon 1954 so, an dem Tag an dem Frankfurts beliebteste und nicht wegzudenkende Markthalle in der Hasengasse wieder geöffnet wurde. Ein Besuch am Stand von Frau Schreiber gehört zu Frankfurt.

In der Wurstgarküche ihres Schwieger- großvaters hat sich bis heute so gut wie nichts geändert. Alles hängt noch an seinem ursprünglichen Platz. Ilse Schreiber ist nun schon seit fast 40 Jahren das Gesicht der Kleinmarkthalle und wird es – wenn es nach ihr geht, noch lange bleiben. Ist es nun das „Nachkriegsambiente“ des winzigen Wurststandes, die unterschiedlichsten Marktgerüche, das Stimmengewirr in der randvollen Markthalle, ist es die unglaubliche Vielfalt der Marktangebote, oder gar der raue aber dennoch herzliche Charme der über 75jährigen Ilse Schreiber, der die Hungrigen in die Kleinmarkthalle treibt? Waren es früher nur die Besucher, die neben dem Einkauf von Gemüse, Obst oder Fleisch fürs Wochenende eine schnelle Wurst genießen wollten, so sind es heute Menschen aus aller Welt, die in ihren Reisebeschreibungen über Frankfurt von der „Rindswurst bei Ilse Schreiber“ lesen konnten. Personen mit derartigem Kultstatus – sogar die FRAPORT macht Werbung mit Ilse Schreiber – findet man eigentlich nicht mehr an ihrem Arbeitsplatz. Bei Ilse Schreiber ist das anders. Fast täglich steht sie in ihrem Stand und versorgt Fremde und Stammkunden mit „Fleisch- oder Rindsworscht mit und ohne Brötchen“. „Für mich ist das alles keine Arbeit, sondern Vergnügen“ versichert sie glaubhaft und das nimmt man ihr auch ab. Stress kennt sie nicht und ist ein Unwort für sie. Übrigens schrieb der Frankfurter Mundartdichter, Friedrich Stoltze, vor fast 200 Jahren ein Gedicht, als hätte er da schon vom Wurststand Ilse Schreibers gewusst:

Un die Parrer un Soldate, Medeziner, Advocade, Owerlehrer un Professer, Stadtbeamte un Assesser un der ganze Handelsstand, frisst de Wörschtsche aus der Hand. HM

Fitnessstudio – Sachsenhausen

Unio2.jpg

Es gießt in Strömen, der Sturm peitscht den Regen an die Fensterscheiben. Aus meinem warmen Wohnzimmer sehe ich einen dunkelgrauen Himmel und schwarze Wolken die nichts Gutes verheißen. Auf den Straßen sieht man nicht einmal einen Hund. Es ist wahrlich nicht das Wetter, das ich mir ausgesucht habe, um mit der schon gepackten Sporttasche mein Studio in Sachsenhausen aufzusuchen. Es sind einfach diese Tage, die auch den leidenschaftlichsten Fitnessfanatiker nachdenklich machen – „soll ich oder soll ich nicht hingehen“. Aber der Schweinehund, ein ganz besonderes Wesen das in fast allen Gesellschaftsschichten gehalten wird, kann überzeugt werden und entlässt mich mit leisem Knurren in den Regen.

Weiterlesen