Grüne Soße Festival

10. Oktober 2020 – Grüne Soße Gala zugunsten Frankfurter Künstler im Livestream

Es war ein grandioser Erfolg der Veranstalter, die im vergangenen Jahr über 6000 Menschen in das Festzelt auf dem Roßmarkt zum „Grüne Soße Festival“ lockten und die Innenstadt damit zu einem kulinarischen Hot Spot machten. Die Vorfreude auf ein ähnliches Erfolgserlebnis auch für dieses Jahr machte dann aber ein Virus zunichte, das nicht nur in Frankfurt sämtliche Veranstaltungen zum Erliegen brachte.

„Für das diesjährige Festival hatten wir schon 5000 Tickets verkauft. Dann kam die Pandemie, die viele Kulturschaffende und natürlich auch uns, tief ins Mark getroffen hat“ so die Veranstalterin Maja Wolff, die schon als Schauspielerin, Dozentin, Musikkabarettistin und Unternehmerin gezeigt hat, welch Organisationstalent in ihr steckt. In dieser Ausnahmesituation fühlt sie sich als Botschafterin der Grüne-Soße-Kräuter aber auch verpflichtet ein Alternativprogramm anzubieten. Ein Brainstorming hilft oft in derartigen Situationen und brachte dann auch die Erkenntnis, dass eben etwas anderes gemacht werden muss. Im gut gekühlten Frischezentrum präsentierte Maja Wolff in der Rolle als Anton Le Goff, der leicht fröstelnden Presseschar ihr Alternativ-Programm, mit flapsigen Sprüchen unterstützt von Timo Becker und der Hilde aus Bornheim.

Am 10. Oktober wird nun in dem Frischezentrum ausschließlich für diese Veranstaltung eine große Bühne aufgebaut, was den Grüne Soße Fans auch in diesem Jahr ein einzigartiges Showprogramm bieten wird. Neben der bewährten Band „Andi und die Gartenzwerge“ treten mit Lizzy Aumeier, Bodo Bach, Bäppi la Belle, Woody Feldmann, Maddin Schneider, Tamika Campbell, Sabine Fischmann & Ali Neander, Anton Le Goff, der Hilde aus Bornheim und Timo Becker, bekannte Frankfurter Künstler auf. Nun braucht kein Fan der Grünen Soße extra ins Frischezentrum nach Niedereschbach zu fahren um sich die Show anzusehen. In zahlreichen Restaurants und bekannten Locations wird diese Gala per Live-Stream übertragen. Bis jetzt haben sich für dieses Event über 30 renommierte Restaurants angemeldet, damit sind schon jetzt 2000 potenzielle Plätze für das Grüne Soße Essen geschaffen. Die Veranstalter sind sicher, dass in den nächsten Tagen und Wochen weitere Zusagen aus der Gastronomie kommen. Über ein Ticketsystem können Interessierte „ihr“ Restaurant buchen.

Wer nun lieber zu Hause seine Grüne Soße essen möchte, aber dennoch die Show sehen will, der kann die „Grüne Soße Box“ und den Link für den Live Stream bestellen und sich per Post nach Hause liefern lassen. Hier wird geraten das schnell zu tun. Tickets, Reservierungen, teilnehmende Restaurants und alle weiteren, detaillierten Informationen, finden „Grüne Soße Fans“ im Internet unter: gruene-sosse-festival.de

Wichtig für die Veranstalter war aber auch der 22. August. Hier startete der Spendenmarathon „Kräuter für Künstler“. In Not geratene Kulturschaffende aller Couleur, aber auch einzelne Theater, bei denen die staatliche Förderung bei weitem nicht ausreicht, sollen mit diesen Spenden unterstützt werden. Gespendet werden kann eigentlich überall. Beim Essen in ihrem Restaurant oder per Überweisung.

Der gemeinnützige Verein Grie-Soß United e.V. verwaltet den Spendenmarathon. Ein ehrenamtliches Expertenteam entscheidet dann über die Vergabe der Mittel.

Maja Wolff betont, dass das Grüne Soße Festival in keiner Weise vom Spendenmarathon profitiert.

Genossen werden nicht schlauer….

Dieses Bild hat ein leeres alt-Attribut; sein Dateiname ist th7-1.jpg.

Es ist schon beeindruckend, wie es führende Sozialdemokraten doch immer wieder schaffen ihre Partei weiter in den Abgrund ziehen. In einer Zeit, in der Menschen auf der ganzen Welt täglich verfolgen, wie sich eine Horror-Pandemie im Ranking aller Katastrophen ganz nach oben katapultiert, gibt es Parteimitglieder der SPD, die in aller Ruhe und aus sicherer Obhut, sich mutig darauf stürzen, Entscheidungen zu treffen, die dem Rest ehrbarer Genossen das Blut in den Adern gefrieren lässt. Da gibt es mit Hans-Peter Barthels einen langjährigen Wehrbeauftragten der von allen Parteien gelobt wird – was in der Politik schließlich nicht oft passiert – und der auch gerne weitergemacht hätte, nun aber weichen muss. Die neu formierte Riege der „SPD-Retter“, Saskia Eskens, Norbert Walter-Borjans und vor allem Rolf Mützenich, wollen mit dem Wechsel von Barthels zu Eva Högl, ihre selbst definierte Richtungsänderung der Partei zu neuen linken Ufern dokumentieren. Es schien allen Beteiligten unerheblich, dass Högl keine Erfahrung und Qualifikation für dieses Amt mitbringt. Ein bockiger Johannes Kahrs, der diesen Posten ebenfalls gerne genommen hätte, blieb auf der Strecke, was er umgehend mit Niederlegung aller seiner Ämter eindrucksvoll beantwortete. Eine nicht unwichtige Rolle bei dieser feinen Inszenierung dürfte auch Juso Chef Kevin Kühnert gespielt haben. Sein Schatten, deutlich größer als er selbst, scheint dabei der heimliche Einflüsterer zu sein. Sein Motto: wir müssen wieder mehr nach Links, soll der Partei ihre Ursprünglichkeit wiedergeben. Die Juso-Truppen sind ein passables Druckmittel dazu. Mit diesem Linksruck hätte allerdings nur August Bebel zu Lebzeiten seine Freude gehabt. Die CDU dürfte sich jetzt die Hände reiben und nostalgisch gesinnte Genossen werden sich wehmütig an politische Auftritte mit Willy Brandt erinnern.

Helmut Mohr

Grüne Soße ….

Weltrekord verpasst, Beiprogramm gefeiert

Gott, was freuen wir uns doch, wenn eine Deutsche, oder ein Deutscher, einen Weltrekord erreicht hat. Gut, das passiert nicht so oft, aber was war das für ein Hype als wir 2014 erleben durften, wie uns die kickenden Jungs in Brasilien in den Himmel der Glückseligkeit geschossen haben. Da flogen in den Public-Viewing Zonen die Bierbecher zu Tausenden in die Luft, in Kneipen und auf öffentlichen Plätzen lagen sich wildfremde Menschen in den Armen – was derzeit nicht so oft vorkommt. Die Welle der Begeisterung hielt lange, zumindest vier Jahre lang. Schließlich kann man Glückseligkeit nicht auf Ewigkeit verlangen. Gott, was freuen wir uns doch, wenn eine Deutsche, oder ein Deutscher, einen Weltrekord erreicht hat. Gut, das passiert nicht so oft, aber was war das für ein Hype als wir 2014 erleben durften, wie uns die kickenden Jungs in Brasilien in den Himmel der Glückseligkeit geschossen haben. Da flogen in den Public-Viewing Zonen die Bierbecher zu Tausenden in die Luft, in Kneipen und auf öffentlichen Plätzen lagen sich wildfremde Menschen in den Armen – was derzeit nicht so oft vorkommt.

Die Welle der Begeisterung hielt lange, zumindest vier Jahre lang. Schließlich kann man Glückseligkeit nicht auf Ewigkeit verlangen. In diesem Jahr sollte es nun in Frankfurt einen Weltrekord geben. Dahinter stand mal ausnahmsweise kein Sportverband, sondern, da sollte das Frankfurter Nationalgericht „Grüne Soße“ nicht nur bundesweit, auch weltweit im Konfettiregen auf den Olymp gastronomischer Seligkeit getragen werden.Vom Geschmack und Aussehen her bekäme die Grüne Soße vor allem von den Frankfurtern ein eindeutiges Votum. Und wenn in der Stadt nur Frankfurter leben würden, dann hätten wir sicher auch den Rekord bekommen. Aber viele Bewohner in der Banken- und Wirtschaftsmetropole, die aus unterschiedlichsten Ländern der Welt kommen, haben sich ganz offensichtlich noch nicht so richtig als „Grie-Soß“ Fans geoutet. Zwar haben die Weltrekord-Veranstalter alles versucht, auch die internationalen Küchen der Stadt auf Grüne Soße „umzustellen“, aber es fehlten am Ende rund 50.000 mit dem Nationalgericht gefüllte Tellerchen, die nicht aufgegessen wurden.

„Frankfurts Best Top Tonne“ kam aus Sachsenhausen

Die Frankfurter Entsorgungsfirma FES stiftete 100 graue Mülltonnen die sie an zahlreiche Kindertagesstätten verteilte. Hier hatten zukünftige Künstlerinnen und Künstler Gelegenheit, aus einer mausgrauen Mülltonne ein Kunstobjekt zu machen. Professionelle Schauspieler/innen der Frankfurter Theatergruppe „antagon“ präsentierten dann auf einem Laufsteg am Mainufer die weltrekordverdächtigen, wundervoll dekorierten und bemalten Müllbehälter. Es gab viel Beifall und natürlich auch Sieger, die aus Sachsenhausen kamen. Als dann wenige Stunde später feststand, dass der Weltrekord im Grüne Soße Essen verpasst wurde, hielt sich der Katzenjammer in Grenzen. Maja Wolff und Torsten Müller, die Initiatoren des Spektakels, nahmen den verpassten Versuch dann auch gelassen. „Es war ein tolles Fest für Frankfurt, dass war uns wichtig“ so die beiden umtriebigen Veranstalter, die sich mit dem Grüne Soße Weltrekordversuch ordentlich Aufmerksamkeit verschafft haben dürften….

Schön war das Fest allemal. Auf dem Römer, am Main und in vielen anderen Stadtteilen gab es außer Essen eine ganze Menge Alternativen. Kitas und Schulen erklärten ihren Kids was eigentlich Grüne Soße ist und wie man die Kräuter einsät, es wurde musiziert, Showeinlagen brachten Abwechslungen und es gab eine rekordverdächtige Modenschau der besonderen Art.

Sylt – Insel ohne Insulaner

Ende einer Reise…

Sylt2.JPG

Sylt kann auch einsam sein…

Urlaubszeit, Reisezeit, Chaoszeit, die alljährlich wiederkehrende Katastrophe auf deutschen Straßen. Aber; man nimmt es hin, freut sich auf seine wohlverdienten Ferien, wo immer sie auch verbracht werden. Ist es in Richtung Süden, so strapazieren zahlreiche Baustellen die urlaubsreifen Nerven der Reisenden. Entscheidet man sich für den Norden oder gar für den Osten, so stellt der auf Entspannung eingestellte Urlauber fest, dass es eigentlich egal ist wohin er sein Auto auf vollen deutschen Autobahnen lenkt. Federballspielende Rheinländer, picknickende Holländer und fluchende Touristen aus anderen Ländern sind wahrlich keine erfreulichen Ablenkungen im Stau der Verzweifelten. Der Lichtblick ist das Ziel, das man vor Augen hat. Die Freude, endlich sein Feriendomizil zu erreichen, sich an Stränden, in den Bergen, oder auf dem Schiff von der Sonne verwöhnen zu lassen, lässt die unangenehme Seite des Urlaubs ein wenig vergessen. Weiterlesen

Alptraum Porto

DSCN4942

Die Altstadt von Porto

Es sollte ein wunderschönes Jahr 2017 werden. Schließlich stand man sich am Silvesterabend ja nicht grundlos champagnergelaunt gegenüber und hoffte, mit dem Glas in der Hand gesund zu bleiben und von allem Bösen ferngehalten zu werden. Diese Gedanken trägt doch so mancher von uns dann auch die nächsten 12 Monate vor sich her. Vor allen Dingen in einem Alter, in dem man sich gelegentlich schon mal mit dem Worst-Case seines Lebens auseinandergesetzt hatte. Darüber hatten wir das eine oder andere Mal tatsächlich nachgedacht. Weiterlesen

Eine Institution in Frankfurt

Schreiber.jpg

Frau Schreiber (links) Eine Institution in der Kleinmarkthalle

“ Bitte eine Rindswurst“. „Mit Brot oder Brötchen“? Diese kurze Kommunikation zwischen den Schlange stehenden Kunden vor Ilse Schreibers Wurststand und der dahinterstehenden Chefin gehört zu den nachhaltigsten Eindrücken der Frankfurter Kleinmarkthalle. Das war schon 1954 so, an dem Tag an dem Frankfurts beliebteste und nicht wegzudenkende Markthalle in der Hasengasse wieder geöffnet wurde. Ein Besuch am Stand von Frau Schreiber gehört zu Frankfurt.

In der Wurstgarküche ihres Schwieger- großvaters hat sich bis heute so gut wie nichts geändert. Alles hängt noch an seinem ursprünglichen Platz. Ilse Schreiber ist nun schon seit fast 40 Jahren das Gesicht der Kleinmarkthalle und wird es – wenn es nach ihr geht, noch lange bleiben. Ist es nun das „Nachkriegsambiente“ des winzigen Wurststandes, die unterschiedlichsten Marktgerüche, das Stimmengewirr in der randvollen Markthalle, ist es die unglaubliche Vielfalt der Marktangebote, oder gar der raue aber dennoch herzliche Charme der über 75jährigen Ilse Schreiber, der die Hungrigen in die Kleinmarkthalle treibt? Waren es früher nur die Besucher, die neben dem Einkauf von Gemüse, Obst oder Fleisch fürs Wochenende eine schnelle Wurst genießen wollten, so sind es heute Menschen aus aller Welt, die in ihren Reisebeschreibungen über Frankfurt von der „Rindswurst bei Ilse Schreiber“ lesen konnten. Personen mit derartigem Kultstatus – sogar die FRAPORT macht Werbung mit Ilse Schreiber – findet man eigentlich nicht mehr an ihrem Arbeitsplatz. Bei Ilse Schreiber ist das anders. Fast täglich steht sie in ihrem Stand und versorgt Fremde und Stammkunden mit „Fleisch- oder Rindsworscht mit und ohne Brötchen“. „Für mich ist das alles keine Arbeit, sondern Vergnügen“ versichert sie glaubhaft und das nimmt man ihr auch ab. Stress kennt sie nicht und ist ein Unwort für sie. Übrigens schrieb der Frankfurter Mundartdichter, Friedrich Stoltze, vor fast 200 Jahren ein Gedicht, als hätte er da schon vom Wurststand Ilse Schreibers gewusst:

Un die Parrer un Soldate, Medeziner, Advocade, Owerlehrer un Professer, Stadtbeamte un Assesser un der ganze Handelsstand, frisst de Wörschtsche aus der Hand. HM