Sylt – Insel ohne Insulaner

Ende einer Reise…

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Sylt kann auch einsam sein…

Urlaubszeit, Reisezeit, Chaoszeit, die alljährlich wiederkehrende Katastrophe auf deutschen Straßen. Aber; man nimmt es hin, freut sich auf seine wohlverdienten Ferien, wo immer sie auch verbracht werden. Ist es in Richtung Süden, so strapazieren zahlreiche Baustellen die urlaubsreifen Nerven der Reisenden. Entscheidet man sich für den Norden oder gar für den Osten, so stellt der auf Entspannung eingestellte Urlauber fest, dass es eigentlich egal ist wohin er sein Auto auf vollen deutschen Autobahnen lenkt. Federballspielende Rheinländer, picknickende Holländer und fluchende Touristen aus anderen Ländern sind wahrlich keine erfreulichen Ablenkungen im Stau der Verzweifelten. Der Lichtblick ist das Ziel, das man vor Augen hat. Die Freude, endlich sein Feriendomizil zu erreichen, sich an Stränden, in den Bergen, oder auf dem Schiff von der Sonne verwöhnen zu lassen, lässt die unangenehme Seite des Urlaubs ein wenig vergessen. Weiterlesen

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Alptraum Porto

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Die Altstadt von Porto

Es sollte ein wunderschönes Jahr 2017 werden. Schließlich stand man sich am Silvesterabend ja nicht grundlos champagnergelaunt gegenüber und hoffte, mit dem Glas in der Hand gesund zu bleiben und von allem Bösen ferngehalten zu werden. Diese Gedanken trägt doch so mancher von uns dann auch die nächsten 12 Monate vor sich her. Vor allen Dingen in einem Alter, in dem man sich gelegentlich schon mal mit dem Worst-Case seines Lebens auseinandergesetzt hatte. Darüber hatten wir das eine oder andere Mal tatsächlich nachgedacht. Weiterlesen

Land ohne Zukunft?

Syrische Kinder

Sie haben keine Chance

Was denkt eigentlich der TV-Zuschauer beim täglichen Anblick von Bildern aus den Kriegsgebieten in Syrien, Afghanistan, dem Jemen oder Somalia? Schaut er einfach nur erschüttert, machtlos zu? Was geht in seinem Kopf vor, wenn er zusehen muss wenn Kinder weinend und schreiend durch zerbombte Häuserschluchten laufen, auf Krankentragen mit schrecklichen Verletzungen über Trümmer hinweg in vermeintliche Sicherheit gebracht werden – wenn es die denn überhaupt gibt. Das Leid der Kinder lässt sicherlich keinen von uns unbeeindruckt. Wenn aber die Nachrichten vorbei sind, der nachfolgende Spielfilm angesagt ist, oder das mit Spannung erwartete Champions League Spiel angepfiffen wird, dann geht der emotionale Ausbruch langsam wieder in die Normalität über.  Weiterlesen

Eine Institution in Frankfurt

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Frau Schreiber (links) Eine Institution in der Kleinmarkthalle

“ Bitte eine Rindswurst“. „Mit Brot oder Brötchen“? Diese kurze Kommunikation zwischen den Schlange stehenden Kunden vor Ilse Schreibers Wurststand und der dahinterstehenden Chefin gehört zu den nachhaltigsten Eindrücken der Frankfurter Kleinmarkthalle. Das war schon 1954 so, an dem Tag an dem Frankfurts beliebteste und nicht wegzudenkende Markthalle in der Hasengasse wieder geöffnet wurde. Ein Besuch am Stand von Frau Schreiber gehört zu Frankfurt.

In der Wurstgarküche ihres Schwieger- großvaters hat sich bis heute so gut wie nichts geändert. Alles hängt noch an seinem ursprünglichen Platz. Ilse Schreiber ist nun schon seit fast 40 Jahren das Gesicht der Kleinmarkthalle und wird es – wenn es nach ihr geht, noch lange bleiben. Ist es nun das „Nachkriegsambiente“ des winzigen Wurststandes, die unterschiedlichsten Marktgerüche, das Stimmengewirr in der randvollen Markthalle, ist es die unglaubliche Vielfalt der Marktangebote, oder gar der raue aber dennoch herzliche Charme der über 75jährigen Ilse Schreiber, der die Hungrigen in die Kleinmarkthalle treibt? Waren es früher nur die Besucher, die neben dem Einkauf von Gemüse, Obst oder Fleisch fürs Wochenende eine schnelle Wurst genießen wollten, so sind es heute Menschen aus aller Welt, die in ihren Reisebeschreibungen über Frankfurt von der „Rindswurst bei Ilse Schreiber“ lesen konnten. Personen mit derartigem Kultstatus – sogar die FRAPORT macht Werbung mit Ilse Schreiber – findet man eigentlich nicht mehr an ihrem Arbeitsplatz. Bei Ilse Schreiber ist das anders. Fast täglich steht sie in ihrem Stand und versorgt Fremde und Stammkunden mit „Fleisch- oder Rindsworscht mit und ohne Brötchen“. „Für mich ist das alles keine Arbeit, sondern Vergnügen“ versichert sie glaubhaft und das nimmt man ihr auch ab. Stress kennt sie nicht und ist ein Unwort für sie. Übrigens schrieb der Frankfurter Mundartdichter, Friedrich Stoltze, vor fast 200 Jahren ein Gedicht, als hätte er da schon vom Wurststand Ilse Schreibers gewusst:

Un die Parrer un Soldate, Medeziner, Advocade, Owerlehrer un Professer, Stadtbeamte un Assesser un der ganze Handelsstand, frisst de Wörschtsche aus der Hand. HM

Fitnessstudio – Sachsenhausen

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Es gießt in Strömen, der Sturm peitscht den Regen an die Fensterscheiben. Aus meinem warmen Wohnzimmer sehe ich einen dunkelgrauen Himmel und schwarze Wolken die nichts Gutes verheißen. Auf den Straßen sieht man nicht einmal einen Hund. Es ist wahrlich nicht das Wetter, das ich mir ausgesucht habe, um mit der schon gepackten Sporttasche mein Studio in Sachsenhausen aufzusuchen. Es sind einfach diese Tage, die auch den leidenschaftlichsten Fitnessfanatiker nachdenklich machen – „soll ich oder soll ich nicht hingehen“. Aber der Schweinehund, ein ganz besonderes Wesen das in fast allen Gesellschaftsschichten gehalten wird, kann überzeugt werden und entlässt mich mit leisem Knurren in den Regen.

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